Donnerstag, 24. August 2017

http://stephans-studentenchaos.blogspot.de/2017/08/die-fehler-die-ich-als-erstsemester.html

Arbeitstechniken und Selbstmanagement im Studium 

Wie im letzten Artikel versprochen, gibt es nun von mir ein paar Arbeitstechniken und Methoden zum Lernen an die Hand. 

Ich hatte das große Glück, dass ich an einer Hochschule gelandet bin, an der gerade diese Meta Kompetenzen im ersten Semester fest im Lehrplan stehen. 

An diesem Wissensschatz will ich dich natürlich teilhaben lassen 

Grundsätze der Methoden und Techniken. 

Fast alles im Leben folgt einem Credo oder Grundsätzen. 

So ist es auch hier. 

Die beiden Leitsätze, die ich am treffendsten fand, als ich sie hörte, sind zweifelsfrei: 

Effektivität = Die richtigen Dinge tun. 

Effizienz = Die Dinge richtig tun. 

Der Unterschied ist zwar sehr fein, aber die Formulierung impliziert, dass man beide Leitsätze beherzigen sollte, wenn man seine Zeitplanung erstellt. 

Zum besseren Verständnis mache ich das mal an zwei Beispielen fest. 

Effektivität: Wenn es brennt, dann wirst du ja nicht erst mit anderen darüber diskutieren, was gemacht wird, oder wie gelöscht wird. 

Du greifst entweder selber zum Löscher oder rufst die Feuerwehr. 

Effizienz: Zum Löschen eines Brandes könntest du natürlich Schaumwein benutzen, wirst dich aber wohl schon rein aus finanzieller Sicht für Wasser entscheiden. 

Die 8 Dinge, für die man sich Zeit nehmen sollte. 

Es gibt im Wesentlichen 8 große Bereiche im Leben, die Zeit in Anspruch nehmen, die du aber niemals verteufeln solltest, wenn du glücklich und erfüllt studieren und leben möchtest. 

1. Arbeiten                   Der Preis für ein erfolgreiches Studium 
2. Nachdenken            Die Quelle der Kraft 
3. Spielen                     Das Geheimnis jung zu bleiben 
4. Lesen                       Das Fundament des Wissens 
5. Lachen                     Die Quelle des Glücks und der Freude  
6. Die Liebe                 Sakrament des Lebens 
7. Träumen                  Zieht die Seele zu den Sternen hinauf 

8. Und zum Planen    Damit genug Zeit für die anderen Dinge bleibt! 

Amerikanische Präsidenten lernen zu priorisieren. 

Schon Dwight D. Eisenhower wusste, wie man sich seine Aufgaben einteilt und welche man getrost entfallen lassen kann. 

Mir persönlich gefällt dieses System  am besten, da es so simpel aufgebaut ist. 

Und so hat er priorisiert: 

A= wichtig und dringend muss am besten als erstes erledigt werden. 

B= wichtig, eilt aber nicht, das sind Aufgaben, wo es einen Endtermin gibt und bis zu diesem noch längere Zeit zum Erledigen bleibt. 

C= dringend aber unwichtig kann im Prinzip alles vom Hausputz bis zur Freizeitaktivität sein, was nicht für den Erfolg entscheidend ist. 

D= Unwichtig und nicht dringend, kann man getrost hinten runterfallen lassen. 

Mein Lernplan aus dem ersten Semester. 

Ein paar konkrete Beispiele, wie ich es gemacht habe, gebe ich dir als Anstoß mit an die Hand. 
Bei dir kann es zu Abweichungen kommen, aber im Kern sieht es immer so aus. 

Morgens ist der Tag meistens von 8:00 Uhr bis 17:00 durch Vorlesungen geblockt, es sei denn, es ist Wochenende. Das ist ein Fixer Slot, der nicht verschiebbar ist. 

Aber dann fange ich mit der Priorisierung an. 

Vorlesungsinhalte anhand von Skripten nacharbeiten und in einer für mich "bekömmlichen" Form 
Aufbereiten ist ganz klar eine Aufgabe A, der ich nach einer Viertelstunde Runterkommen mindestens 2-3 Stunden Zeit einräume. Wenn ich eher fertig bin, jogge ich kurz, um meinen Kopf frei zu machen. Sonst nicht. 

Lernen von bestehendem Stoff, den ich nicht verstanden habe, ist dem Aufgabenfeld B zugeordnet, da ich es können muss, aber bis es zur Prüfung noch X Wochen sind. 

So etwas setze ich gerne ans Wochenende, da ich dort 2 volle Tage Zeit habe. 

Bei Hausaufgaben und Referaten halte ich es ähnlich. 

Je nach Zeit bis zur Abgabe, wird es aber mit fortschreitender Zeit zunehmend zur A Aufgabe. 

Unter Kategorie C fallen bei mir Dinge des Haushaltes wie etwa das Einkaufen, wenn ich sehe, dass nur noch eine Tüte Milch da ist oder andere Dinge knapp werden. 

Weil C Aufgaben kann man notfalls auch an andere abgeben, es sei denn, man wohnt alleine, dann natürlich nicht. Im Zweifelsfall kann man aber am nächsten Tag einkaufen oder zum Kiosk gehen, wenn man bis 20:00 Uhr keine Zeit gefunden hat. 

Das sind eben Aufgaben, die drängen, aber nicht für mich persönlich relevant sind. 

Und unter D fällt alles aus dem Haushalt, was ich, meine Eltern oder Oma von mir wollen. 

Das reicht vom Wäsche machen über das Zimmer putzen oder die Gartenarbeit bis zum Müll raustragen. 

Denn diese Aufgaben kann man, wenn es mal zeitlich brennt auch entfallen lassen. 

Den Liebsten zu liebe sollte es aber dann doch am Wochenende erledigt werden, wenn möglich. 

„Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben. Es ist viel Zeit, die wir nicht nutzen.“ 

Das habe ich selber auch erlebt, nachdem mein Zeitplan stand. 
Ich habe immer gedacht, Studenten, die immer unterwegs sind, kochen, Sport und Hobby machen und trotzdem Super Leistungen bringen, seine die total hochbegabten. 

Das stimmt. 

Sie sind hochbegabt im Pläne machen. 

Nehmen wir uns noch einmal die 24 Stunden aus meinem Artikel  (   http://stephans-studentenchaos.blogspot.de/2017/08/die-fehler-die-ich-als-erstsemester.html   ) mit den 7 großen Fehlern für Erstsemester zur Brust. 

Meinen groben Plan erstelle ich am Sonntagmorgen, wenn die Family noch schläft. Die stehen halt erst so ab 10:00 auf. Das mache ich an den unterschiedlichsten Orten. 

Im Sommer hinten im Garten unterm Baum, am Schreibtisch, oder wenn ich mir mal ein Schaumbad einlasse, nehmen ich meinen laminierten Stundenplan dort mit hin und teile ihn mir dort mit Folienstift ein. 

Ich habe mir wirklich 24 Spalten pro Tag erstellt, weil ich so wirklich die 24 Stunden sehe, die der Tag hat. 

Und so geht es los: 
  
Die 8 Stunden Schlaf stehen Fest. 
Die 8 Stunden Uni jeden Tag auch. 

Also planen wir unsere anderen Aktivitäten dort drum herum. 

Ich stehe zum Beispiel immer um 07:00 auf, egal ob Ferien oder nicht. 
Und egal, wann die Uni beginnt. 

So habe ich also je nach Tagesplan bis zu 1 Stunde Zeit. 

In dieser Zeit gehe ich dann Dingen nach, die unregelmäßig anfallen. 
Zum Lernen oder an Projekten arbeiten ist mir das zu wenig. 

Also putze ich oder räume auf. Manchmal jogge ich morgens auch, wenn das Wetter passt und ich das erstgenannte nicht tue. 

In der Uni lege ich dann in der großen Pause meine Zeitslots für den jeweiligen Nachmittag fest und Stufe die Skripte nach ihrer Schwierigkeit ein. 

Zuhause arbeite ich dann erst meine Unterlagen auf, lerne dabei schon einiges, was mir vielleicht unklar geblieben ist und lege mir das davon nicht verstandene zur Seite. 

Das wird dann Abends noch mal genommen und konkret recherchiert oder es wird ein Termin mit der Lerngruppe für einen Tag ausgemacht, wo alle ihre Fragen stellen und diese gelöst werden. 

Und es spart unwahrscheinlich viel Zeit, so einen Plan so weit im Voraus wie möglich zu machen. 

Man verbraucht sonst mal 20 Minuten hier, ne Viertelstunde da, ein paar Minuten dort und schon hat man täglich 3 Stunden verbraten, ohne dort etwas sinnvolles getan zu haben, aber man ist gestresster, als wenn man kontinuierlich durgeplant und danach gearbeitet hat. 

Ohne Selbstdisziplin kann man es gleich lassen. 

Da fällt mir spontan eine Lustige Geschichte aus einem Kinderbuch von früher ein. 

"Heute muss ich dringend das Auto waschen, auf der Suche nach dem Schlüssel sehe ich die Saftflasche, nehme einen Schluck, will sie in den Kühlschrank stellen, sehe die Zeitung, lese einen Artikel, lege sie zum Altpapier. 

Dieses ist voll, also bringe ich es in den Keller in die Papiertonne, auf der Treppe sehe ich Staubflusen in den Ecken, also hole ich den Staubsauger, mache sie weg, stelle dabei fest, dass der Beutel voll ist, fahre in den Supermarkt um neue zu holen und als ich zu hause ankomme frage ich mich: " Was wolltest du denn heute früh vor 4 Stunden noch machen?"  ." 

Du siehst: Es ist zwingend nötig, sich selber zu sagen, dass man jetzt für X Stunden konzentriert lernt und nichts anderes an sich heran lässt. 

Wie geht das denn jetzt bitte? 

Wenn du das Glück hast, in einer eigenen Wohnung zu sein, hast du es weit einfacher als ich und brauchst den folgenden Abschnitt nicht zwingend zu lesen. 

Da ich aber mitbekommen habe, dass viele Studenten mittlerweile pendeln und wegen finanzieller Situation nicht ausziehen können oder wollen, gehe ich auf das Thema "wohnen bei Mutti" ein und lasse das alleine wohnen weg, denn dazu gibt es schon reichlich andere Blogbeiträge bei anderen Bloggern. 

Ach so vielleicht noch vorab: 

Ich verteufle das Hotel Mama keines Falls, solange die Chemie stimmt und es Regeln gibt. 

Es ist inzwischen auch weitestgehend gesellschaftlich etabliert, länger daheim zu leben als früher. 

Es mag sein, das manch einer fordert, man soll ausziehen, auf eigenen Beinen stehen und so weiter. 

Gott, hängt mir das zum Halse raus! 

Wenn mir heute Leute mit solchen Kommentaren kommen, dann frage ich diese einfach:  
" Wie willst du dir mit 230€ Waisenrente im Monat und ohne Eltern, die halbwegs reich sind eine eigene Wohnung leisten, während du Fulltime am Studieren bist und kein Nebenjob denkbar wäre?" 

Dann sind sie in der Regel komischerweise still und halten die Schnüs. 

Unter "widrigen Umständen" Lernen. 

Um wieder zum Thema zu kommen, gebe ich dir meine 5 Angewohnheiten mit, mit denen es auch bei den Eltern klappt. 

  1. 1. Nein sagen 

Es ist so banal und doch so schwer. 

Wenn deine Eltern wollen, dass du XY für sie im Haushalt tust, sage einfach mal nein. 
Klar tust du auch mal was für sie, aber das eben in deiner Pause oder am Ende. 

Sag ihnen, dass das Studium vorgeht und du zu bestimmten Zeiten nicht abrufbar bist. 

  1. 2. Dein Zimmer als Home Office betrachten. 

Wenn du deinen Eltern Tipp 1 beigebracht hast, mache dein Zimmer zum Home Office mit Sprechzeitentabelle und allem, was dazu gehört. 

Ich erlebe es noch heute nach fast einem Jahr, dass meine Eltern an die Tür kommen, einmal klopfen und ich dann so ganz leise höre: "Ach stimmt er lernt ja gerade." 

Die Macht der Gewohnheit halt. 

  1. 3. Ein Extra Benutzerkonto auf dem Rechner anlegen. 

Du hast sicher Spiele und andere Programme auf deinem Rechner und dein Desktop ist voller Icons. 

Ist nicht schlimm, aber lernen sollte man so nicht. 

Erstelle dir ein zweites Benutzerkonto, beschrifte es mit "Studium Lernbereich" Und lasse nur den Browser zu und das Textprogramm. 

So kommst du gar nicht erst in Versuchung, zwischendurch zu spielen oder was anderes zu tun. 

  1. 4. Deinen Schreibtisch leer räumen. 

Und danach stellst du die wirklich wichtigen Dinge wieder drauf. 

Und nicht mehr! 

Denn alles andere lenkt ab. 

Noch eine kleine Story am Rande: 

Mein Zimmer enthielt vor dem Studienstart, obwohl es nicht danach aussah weit über 2000 Gegenstände. 

Mittlerweile bin ich bei gerade einmal bei 147. 

Und weißt du, welcher Gegenstand als erstes geflogen ist? 

Der Fernseher. 

Wenn du dir die komplette Geschichte durchlesen willst, empfehle ich dir, diesen Link zu besuchen.  (    https://stephans-hobby-und-reparaturecke.blogspot.de/2017/08/ein-wohnungsbrand-ein-fernsehbericht.html    ) 

  1. 5. Setz dir die Denkkappe auf! 

Nein wir sind nicht bei Daniel Düsentrieb oder "Per Anhalter durch die Galaxis" gelandet. 

Aber es hat eine besondere psychologische Wirkung, zum Lernen immer ein bestimmtes Kleidungsstück zu tragen oder ein besonderes Utensil bei sich zu haben. 

So gibt es bei mir auch das Lern Sweatshirt oder T-Shirt je nach Jahreszeit. 

Man setzt sich so quasi eine eigene Hemmschwelle und durch das täglich Ritual sagt sich das Gehirn bald: "So jetzt bin ich wieder dran und es gibt neues Wissen zu verarbeiten." 

Was lerne ich jetzt daraus? 

Das es viele kleine Kniffe gibt, mit denen sich das Lernen und der Studienalltag wesentlich leichter, komfortabler und trotzdem ertragreicher gestalten lässt. 

Bei Fragen lass einen Kommentar und ich versuche zeitnah zu helfen. 


Noch ein erfolgreiches Sudium wünscht dir: 

Dein Stephan von Stephans Studentenchaos