Gerade gehen die Semesterferien zu Ende und bald wird sich an der Uni wieder über die verrücktesten Urlaube unterhalten.
Aber ich bin dieses Jahr gar nicht weg gefahren!
Oh Gott! jetzt bin ich der totale Außenseiter!
Jetzt kann ich nicht mit reden!
Oder war ich einfach nur schlau?
Um gleich mit Missverständnissen aufzuräumen:
Ich bin 100% davon überzeugt, versuche hier nicht, mir selbst einzureden, es sei toll, wie es ist, obwohl ich eigentlich unzufrieden wäre.
Nein! Das ist alles ehrlich und nichts geschönt.
Bin Ich Blöd und fahre in den Urlaub?
fragte bereits Falko Löffler in seinem Buch über das zu hause bleiben.
Nun halte man sich einmal vor Augen, warum die meisten Leute in ferne Länder reisen.
-Entspannung
-Leute kennen lernen
-Bildung
-Erzählen können (bei Kollegen angeben)
- oder einfach als Statussymbol
So und nun zu meinen Ausführungen:
Entspannung: Wenn ich mal neben dem Studium oder in den Ferien Entspannung haben will, gehe ich entweder wandern, fahre mit dem Rad oder tue einfach etwas, was nichts mit dem normalen Alltag zu tun hat.
Denn schließlich ist Urlaub ja nichts anderes, als dafür zu bezahlen, um Alltag leben, nur an anderen, fremden Orten
Und warum sollte man für etwas bezahlen, was man zu hause völlig kostenlos 365 Tage im Jahr erlebt?
Denn die Action, die man aus Reiseberichten kennt, ist dort entweder nur am Wochenende oder nur zur Saison vor Ort.
Leute kennen lernen: Kann ich auch einfach wenn ich in der Uni bin oder an VHS Kursen teilnehme oder oder oder.
Sicher trifft man im Urlaub auch auf andere nette Leute, aber nach 1 oder 2 Wochen Urlaub fährt man wieder nach hause und verliert sich eh wieder.
Bildung: Was lernt man denn auf Reisen, was man nicht eh schon weiß bzw. auch gut anderweitig lernen kann?
Sprachen zB. lernt man nicht in 2 Wochen und alles andere ist nur das Suchen nach Gründen.
Und das Zu Hause was erzählen können, heißt auf Deutsch: In der Firma auf die Kacke hauen können und wieder alle anderen mit seinen wilden Erlebnissen beschämen können.
Die Vorzüge des daheim bleibens:
Es ist keinesfalls ein Frevel, nicht weg zu fahren, man muss nur einmal die Vorzüge zu schätzen wissen.
Sich den Reisestress sparen:
Ich habe ja eingangs gesagt, dass sich über die Reisen ausgetauscht wird.
Aber es wird sich auch immer über verschiedene Dinge beschwert.
Und ich bin auch der Meinung, dass man sich das Geld sparen kann, wenn es dank Billigfliegen und anderer Umstände nur noch zu Problemen kommt.
"Das Hotel war total überfüllt und erst der Strand! Nicht auszuhalten.
Nächstes Jahr fahre ich da aber nicht mehr hin." (Ein Spanienurlaub)
"Also dafür, dass ich so viel zahle, kann ich doch wenigstens erwarten, dass das Frühstücksbuffet jeden Tag neu gemacht wird!" (Italien)
"Da hat man uns überhaupt nicht informiert. Eine Riesenbaustelle direkt neben dem Hotel und eine Entschädigung will auch keiner Zahlen". (Mallorca nicht Ballermann sondern besser)
"Der Flug war eine Katastrophe! Fpnf Stunden Wartezeit, dann nach dem Einsteigen noch mal eine Stunde auf dem Rollfeld und dann ging es erst los." (Thailand Urlaub)
Hört sich absurd an, aber wenn man sich vor Augen führt, dass bei zB. 2 Wochen Amerika Reise, ganze 2-3 Tage nur für die Flüge und noch mal +- 2 Tage für das im Land herumtingeln verbraucht werden, macht das bis zu 5 Tagen reiner Fahrt und Reisezeit.
Und in der Zeit kann man doch auch einfach mal die Beine hoch legen und Lesen oder einfach mal nichts tun.
Denn nur, dass man sich Urlaub nimmt, ist ja keine Verpflichtung, immer was machen zu müssen.
Sich wirklich entspannen:
Aber tue ich das nicht schon auf Reisen? Nein!
Wenn ich wirklich Entspannung und Ruhe, ja sogar Spaß haben möchte, setze ich mich aufs Rad, ziehe die Laufschuhe an oder gehe einfach mal zu Fuß eine lange Runde.
Und lang heißt nicht 30 Minuten oder 1 Stunde.
Nein! Wenn ich sage lang, dann heißt das, dass ich das Handy für mindestens 6-8 Stunden auf Aus stelle und dann wirklich morgens losgehe/fahre und dann entweder die Stadt oder die Umgebung erkunde.
Und man entdeckt selbst in einer Kleinstadt mit 50.000 Einwohnern nach 20 Jahren noch neue Ecken, die man vorher nicht gesehen hat.
Und nach so einen Tag bin ich weit mehr entspannt und erholt, als nach einer Woche "All in Urlaub" an irgend einem Hotelpool.
Mit dem Gesparten Geld etwas unvernünftiges anstellen:
Da war doch (für Männer) der teure Bohrhammer, der edle Rotwein oder der große Fernseher, die da schon lange im Kopf herumgeistern.
Oder (für die Frau) die schöne neuen Handtasche oder das Paar Schuhe. Oder die neue Küchenmaschine?
Dann gönnt euch einfach mal was. Was ist völlig egal, aber immerhin hat man ja im Schnitt 2000€ an Reisekosten gespart.
Und da sollte doch auch mal etwas drin sein.
Sein Heim verschönern:
Wenn man schon nicht weg fährt, kann man sich seine Umgebung doch so richtig schön machen.
Für das nächste Semester vorbereiten:
Klingt zwar nahe liegend und ist eher was fürs Studium, aber es wird leider zu oft vergessen.
Dank des Bachelor Master Systems muss viel mehr in kürzerer Zeit gelernt werden.
Daher habe ich es mittlerweile ( im 5 Semester leider etwas spät) angewöhnt, mich bereits vor den Ferien für die Kurse des Folgesemesters freischalten zu lassen.
In den Ferien setze ich mich dann hinten in den garten wenn Sommer ist und es warm genug ist, sonst auch gerne da wo es mir gefällt, nehme mir einen Kaffee oder zwei und lese mir dann gemütlich ohne Hektik oder Stress die Vorlesungen durch und schreibe mir dann Verständnisfragen oder andere Unklarheiten auf.
Denn so verringere ich die Überflutung mit unbekanntem Stoff und kann mich mehr auf die Probleme und Schwierigkeiten konzentrieren.
Einfach mal nichts tun:
Wenn ich die oben genannten Dinge gerade einmal nicht mache, lege ich mich aufs Sofa, stelle Musik an und denke über alles mögliche nach.
Oder aber ich spiele einfach mal für mehrere Stunden Videospiele (als Single muss ich niemandem Rechenschaft ablegen).
Unglaublich, aber man gewöhnt sich so sehr an das permanente bearbeiten von Aufgaben oder Arbeit allgemein, dass man das Abschalten erst wieder lernen muss.
Seit dem ich das etabliert habe, geht es mir besser. Damals hatte ich 10 Ideen in der Minute, aber so kann ich das auf das Wesentliche und wirklich wichtige zusammensparen.
Warum schreibe ich denn jetzt darüber (Fazit)?
Weil das Reisen so kommerzialisiert wird und man ständig in der Werbung vorgehalten bekommt, dass man unbedingt alles erleben und sehen muss, um wirklich glücklich zu sein.
Und ich finde einfach, dass man gerade dann einen höheren Freizeitwert genießt, wenn man mal einfach daheim bleibt und nicht weg fährt.
Sei es aus Geldmangel oder Überzeugung.
Und es gibt in DE so viele schöne Orte, dass man locker 20 Jahre jedes Jahr eine andere Stadt oder Insel besuchen kann, und man hat nichts doppelt gesehen.
Und es ist wesentlich preiswerter, weil man selbst anreisen kann.