Mittwoch, 23. August 2017

Die Fehler, die ich als Erstsemester gemacht habe. Und ein paar gute Tipps. 

Ach der feine Herr wird doch keine Probleme mit seinem Studium haben, der hat so viel Zeit, nebenbei noch einen Blog mit Material zu versorgen. 

Falsch 

In Wahrheit ist das eine sehr harte und ausgetüftelte Arbeitseinteilung von Nöten, zu der ich mich aber erst durch harte Rückschläge in den ersten beiden Semestern meines Studiums diszipliniert habe. (zu dieser Methode an anderer Stelle mehr) 

Ich habe damals einfach ins Blaue hinein irgendwas angefangen zu studieren, da ich unter Zeitdruck stand. 

Zugegeben eine gewisse Begabung kann ich nicht leugnen und ich hatte Glück, dass das Fach ein paar meiner natürlichen Stärken anspricht. 

Aber warum schreibe ich heute? 

Da bald das neue Wintersemester beginnt und wieder Millionen von Erstsemestern an die Unis strömen, möchte ich mal meine größten Fehler, die ich im ersten Semester gemacht habe vorstellen, um genau dich davor zu schützen. 

Aber keine Sorge. Ich habe am Ende auch noch ein paar gute Tipps für später zusammengestellt. 

Die 7 größten Fehler, die ich gemacht habe und du, wenn du nicht weiter liest, auch machen wirst! 

Im Folgenden habe ich nun meine 7 großen Fehler zusammengetragen, die ich damals gemacht habe und unbedingt vermieden werden sollten. 

Ich will dir keine Angst machen, sondern lege nur ganz nüchtern die Fakten auf den Tisch und rede nicht irgendetwas durch die Blume. (tun die Profs anfangs noch genug) Die lassen einen gerne mit dem ganzen Batzen alleine. 

  1. 1. Das Studium als Hobby betrachten und einfach mal versuchen. 
Ich hoffe, du hast dir vor dem Studium genau überlegt, was du mal hinterher machen willst und kannst die Anforderungen eines Studiums abschätzen. 

Prima! Dann kannst du Nr. 1 übergehen. 

Falls es dir bei der Studienwahl so ging wie mir, solltest du unbedingt an folgendes denken. 

Ein Studium sollte keinesfalls als Hobby gesehen werden, wo man mehrere Semester rumprobiert und am Ende doch wechselt. 

Du verlierst wertvolle Zeit. 

Daher solltest du dich schon im Vorfeld informiert haben, um den meiner Meinung nach weitreichendsten Fehler zu umgehen. 

Und falls es wider Erwarten doch nicht das richtige Fach ist, was sich dann aber von alleine herausstellt, dann schreib dich spätestens zum 3. Fachsemester aus oder in ein anderes Fach um, sonst gibt’s kein Bafög mehr im Zweitstudium. 

  1. 2. Urlaub machen und nur zu den Vorlesungen an die Hochschule kommen. 

Solltest du hochbegabt sein, wovon ich aber nicht ausgehe, wenn du hier liest, kannst du auch Nr.2 auslassen. 

Um es nicht falsch zu verstehen: Urlaub in den Ferien ist natürlich ausdrücklich erlaubt, solange es mit den eigenen Leistungen vereinbar ist. 

Aber dort sollte er auch bleiben, denn das Semester als solches ist mit normalerweise 14 Wochen zu kurz, um das Studium so mal nebenbei zu betreiben. 

Das wird unter Garantie wie bei mir mit vielen verhauenen Klausuren im ersten Semester enden. 

Und glaube mir: Die Prüfungen kommen schnell, auch wenn sie am Anfang noch so weit weg sind. 

Und vergiss nicht: Du musst nebenbei auch noch leben und kannst nicht 24/7 lernen. 

Überleg mal, dass du jeden Tag rund 8 Stunden schläfst, 2 Stunden am Essen bist, dann noch die Pausen zwischen den Vorlesungen, die in meinem Fall pro Tag 4 Stunden fressen und so kurz sind, dass man nicht lernen kann, weil man die Vorlesungen erst mal verdauen muss. 

Dann geht je nach Entfernung bis zu einer Stunde für den Weg drauf. 
Also bleiben abzüglich aller genannten "Zeitfresser" gerade mal 9 Stunden über. 
Ach so und in den rund 6 Stunden Vorlesungen kannst du nur aufnehmen und nicht effektiv lernen, das geht nur im Nachgang. (oder hast Glück, dass der Dozent ausdrücklich Fragen wünscht) 

Effektiv bleiben also zum "richtigen" Lernen nur 3 Stunden über.  

Mit dieser kostbaren Zeit sollte man richtig haushalten. 

Daher bleibt eigentlich keine Zeit, um jeden Tag zu feiern oder um die Häuser zu ziehen, wenn du ernsthaft mit guten Noten nach Hause gehen möchtest. 

Möglicherweise kannst du dir eine Vorlesung in einem Bestimmten Modul schenken, da es dir zufliegt (bei mir war das übrigens technisches Zeichnen), aber das solltest du nur, wenn du zu 100% im Stoff stehst. 

  1. 3. Die Vorlesungen sind zum Berieseln da und das Inhaltliche lerne ich schon daheim. 

Klar um mal was zu googlen, was zum Thema gehört, dann kann das Handy mal benutzt werden, solange der Prof es erlaubt hat. 

Aber in allen anderen Fällen gehört es ausgeschaltet in die Tasche und deine ungeteilte Aufmerksamkeit nach vorne. 

Sonst entgehen dir wichtige Informationen und du sitzt abends vor deinen Folien und verstehst rein gar nichts. 

  1. 4. Soziale Kontakte sind Zeitverschwendung. 

So bin ich zunächst an das Studium ran gegangen. 

Aber es ist ein Trugschluss, dass man alles in Eigenregie lernt und versteht. 

Lerngruppen sind wahnsinnig praktisch und man darf den Effekt eines guten Teams nicht verachten!

Außerdem ist es doch schöner, wenn du deine Freude über deine natürlich nur guten Noten mit anderen außer deinen Eltern teilen kannst. 

Also nutz den ruhigen Semesterstart und die Vorkurse, um die Leute anzusprechen und zu fragen. 

Mehr als nein sagen geht nicht. 

Auch der Hochschulsport ist durchaus eine gute "Freundschaftsbörse" 

  1. 5. Tutorien und Nachhilfe sind doch nur was für Streber. 

Was in der Schule noch den Ruf von Hobbylosigkeit und Strebertum hatte, ist im Studium dringen zu besuchen. 

Und überleg doch mal genau: Du hast es doch genau so weit gebracht, wie die Streber an deiner Schule. 

Du hast dich bis zum Abitur durchgeschlagen und studierst jetzt sogar genauso wie sie. 

Und im Studium zählt ja seit der Bologna Reform jede Note für die Abschlussnote. 

Gerade im ersten Semester, wo du noch nicht weißt, was alles auf dich zukommt, solltest du jedes Zusatzangebot mitnehmen. 

Später kannst du ja immer noch wegbleiben, wenn es dir nichts bringt. 

Aber am Anfang alles mitmachen. 

  1. 6. Ich halte mich an die coolen Typen, die so gelassen sind. 

In den ersten Tagen lernst du zwei Sorten Menschen kennen: Die, die nervös sind, aber dafür in jeder Vorlesung vorne sitzen und jene, die so tun, als wären sie schon lange in dem Studiengang und wüssten genau, wie es abläuft. 

Sofern du nicht das Glück hast, dass sich darunter ein höherer Semester befindet, der wiederholt: Finger weg! 

Denn was sollen die denn bitte besser wissen, wenn sie auch gerade frisch aus der Schule kommen? 

Bestenfalls ziehen sie deine Leistungen mit runter. 

Und seltsamerweise sind diese Leute die, die man spätestens nach 3 Semestern nicht mehr an der Hochschule findet. 

  1. 7. Ich setz mich nach hinten, dort hab ich meine Ruhe 

Das stimmt zwar, aber versuch doch mal zu verstehen, was deine Eltern sich in 8 Metern Entfernung erzählen. 

Und nun stell dir vor, da säßen noch 30 Leute dazwischen, die am Tuscheln sind. 

Obwohl an Hochschulen vermehrt Mikros und Lautsprecher benutzt werden, kannst du vorne besser der Erzählung folgen und kommst gar nicht erst in die Verlegenheit zu dösen oder zu spielen. 


Noch ein paar gute Tipps allgemein. 

Damit das nicht vollends zur Maßregelung verkommt, wie versprochen hier noch ein paar gute Tipps und Kniffe. 

Regelstudienzeit 

Die Regelstudienzeit ist zwar sehr knapp bemessen, aber ich habe mehrfach gehört, dass ein bis zwei Semester mehr nicht schlimm sind. (von fertigen Absolventen im Beruf)

Sie ist im Prinzip nur ein Richtwert, um die Studiengänge zu vergleichen und die Studenten darauf zu drängen, schnell fertig zu werden. 

Kein Mensch ist unfehlbar und muss vielleicht mal was wiederholen und solange das generelle Interesse am Fach da ist und sonst alles stimmt, mach weiter. 

Oder du würdest gerne ein Praxissemester einlegen. 

Just do ist!  

"Variety is the spice of life." 

Das stimmt auch in der Berufswelt. 

Daher solltest du ruhig die zahlreichen Sprachangebote und Kurse mitnehmen, denn mit solchen Zertifikaten lässt sich bei einer Bewerbung in Internationalen Unternehmen bestens punkten. 

Und geh doch mal aus deiner Komfortzone raus und mach in den Ferien mal ein Praktikum im Ausland. 

So verbindest du deine Reiselust mit wertvoller Erfahrung.

Nimm dir doch 3 Wochen Zeit, mach 2 Wochen Praktikum und als Belohnung reist du noch eine Woche durch das jeweilige Land.

Der Career Service der Hochschulen kann da gut weiterhelfen. 

Geh aktiv auf die Leute zu. 

Um Freunde zu finden ist es unbeding nötig, die Leute aktiv anzusprechen, denn von alleine wird selten jemand kommen und sagen: "Hier bin ich." 

Hochschule ist eben nicht mehr Schule. 

Das Schlusswort 

Kopf hoch! 

Auch wenn dir meine Ausführungen nun sehr dramatisch erscheinen und dir möglicherweise Zweifel kommen sollten: 

Ich habe schonungslos erzählt, was alles sein kann. 

Aber solange du nicht die gleichen Fehler machst wie ich damals, sehe ich keinen Grund, obwohl ich dich nicht persönlich kenne, warum du nicht das Zeug dazu hast, mit Bestnoten dein Studium zu bestehen. 

Und wenn noch Fragen sind, lass einen Kommentar da, dann versuche ich bestmöglich zu helfen.